Tourenwoche 3– Montafon

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Montag, 2. März 2009

Nach einem ausgiebigen Frühstück erwartete Bergführer Lorenz die sieben Skitourengänger vor dem Hotel „Sonnblick“ in Gaschurn. Von Partenen aus schwebten wir zuerst mit der Vermuntbahn in die Höhe, stiegen dann auf Kleinbusse um und gelangten in atemberaubender Fahrt durch einen ca. 2 km langen Stollen bis ans Ende des Vermuntstausees. Nun ging es mit Ski und Fellen in gemütlichem Tempo, durch die schön verschneite Landschaft des Kromertals, hoch zur Saarbrücknerhütte. Das Wetter war durchzogen, nicht sonnig aber auch nicht wirklich schlecht, die Sicht recht gut und die Temperaturen eher mild. Jedenfalls kamen wir im Aufstieg bald schon ins Schwitzen. Der Schnee lag hoch und wie uns schien schwer. Wie wohl die Abfahrt werden wird? Nach ca. 3 Stunden hatten wir die rund 800 Höhenmeter geschafft, was mit einem Schluck aus dem Flachmann begossen wurde. Nach einer Stärkung aus dem Rucksack (Hütte war geschlossen), wagten wir die ersten Schwünge und testeten den Schnee. Gar nicht so übel! Stürze waren dennoch nicht ganz zu vermeiden und die Badewannen wurden tief. Ohne die helfenden Stöcke meiner Kameraden und Kameradin würde ich wohl noch immer in den Schneemassen liegen. Mein letzter Sturz ging knapp daneben, nur noch einen halben Meter weiter und ich wäre vom Brüggli direkt im Kromerbach gelandet. So musste ich dann im Wirtshaus ein paar „Radler“ spendieren, was ich jedoch gerne tat. Am Abend erzählten die Schneeschuhläufer und Winterwanderer dann beim Kaminfeuer von ihrem Tagesausflug, entlang dem Ill, nach St. Gallenkirchen.Alles in Allem ein gelungener Auftakt für unsere Tourenwoche.

Sonja

 

Mittwoch, den 4.3.2009

Die Meldung über den Föhn und die damit verbundene Wetterbesserung ließ am Vorabend die Herzen höher schlagen. Beim Frühstück schienen sich unsere Hoffnungen voll zu bestätigen: „ja, ja, so blau, blau, blau wie der Enzian… war der Himmel“. Wir starteten kurz vor Acht zur Bielerhöhe. Unser Ziel: der Rauhkopfgletscher mit Gipfeloption auf den Rauher Kopf (3101 M).Vom letzten Ort im Tal - Partennen - erreicht den man Ausgangspunkt der Tour mit der Vermuntbahn, einer Seilbahn, die auf 1747 Meter führt. Der Postbus bringt Dich anschließend auf die Bielerhöhe.Beim Auspacken der Skier auf dem Parkplatz scheinen wir doppelt zu sehn. Hat sich ein Stöckli-Ski geklont? Leider werden wir nicht Zeuge einer Sensation! Statt eines Wunders wiedermal nur eine ganz natürliche Erklärung: Unser Berliner Toni war nicht auf dem letzten Stand der Logistik und wohl auch noch nicht ganz wach als er nach dem baugleichen Ski von Hans-Ruedi griff, der eigentlich auf die Piste wollte. Die Korrektur des Problems erfolgte in Rekordtempo. Bergführer und Berliner brachten die überzähligen Ski im Eiltempo zurück ins Hotel und waren rechtzeitig zur Seilbahnfahrt wieder an der Talstation. An der Bergstation warten schon Postbusse, die uns und andere Tourengeher in atemberaubender Tunnelfahrt zur Bielerhöhe (2043 M) chauffieren. Kurz vor 9 Uhr starten wir am Silvretta-Stausee. Nach kurzer Abfahrt entlang des Seeufers ziehen wir die Felle auf und laufen bei auffrischender Brise ins Bieltal. Je mehr wir an Höhe gewinnen desto stärker bläst der Wind uns ins Gesicht. Das enge Tal entwickelt einen Düseneffekt und Föhn peitscht uns entgegen. Nach ca. 1 Stunde treten den Rückweg an, um uns Erfrierungen zu ersparen. In der Madlener-Hütte beschließen wir beim Kaffee eine Talquerung im Windschatten und halten gegen Mittag eine entspannte Brotzeit ab. Ein Teil hat genug gesehen und strebt den Heimweg an, drei Unentwegte und Lorenz, der Bergführer wagen noch einen zweiten Versuch im Kromertal. Nach fast 1 1/2 Stunden Aufstieg zum Kromer Gletscher liegen uns auf ca. 2500 Metern einige prächtige Tiefschneehänge zu Füßen. Das Pulverbad lässt uns alles vergessen. Glücklich und wohlbehalten erreichen wir nach 16 Uhr die Bushaltestelle Vermuntsee.

 

Donnerstag 5. März 2009  

Nachdem der Wetterbericht für Donnerstag wieder Schneefälle und Hudelwetter versprach, organisierte Lorenz für alle Teilnehmer Schneeschuhe. Diese holten wir im Skischulbüro in St. Gallenkirch ab. Zu unserer Überraschung wurden uns noch zwei grosse Thermosflaschen und zwei Liter Glühweinkonzentrat mitgegeben. An der Talstation der Kristbergbahn im Silbertal trafen wir uns mit Lorenz. Mit der Seilbahn fuhren wir bis zur „Aussteigstelle Stelzer“. Nachdem alle die Schneeschuhe montiert hatten, ging es der Schneeschuhroute und später der Skiroute entlang zum Kristberg. Im Panoramagasthof genehmigten wir uns einen Kaffee. Eva, Hansruedi und Toni beschlossen hier ihre Tour abzubrechen. Das restliche Gr üppchen unter der bewährten Leitung von Lorenz schnallte die Schneeschuhe wieder an die Füsse. Wieder folgten wir der ausgeschilderten Schneeschuhroute, begleitet von st ändigem Schneetreiben. Nach ca. einer Stunde hielten wir bei einem Maiensäss-Hüttli an. Dort erhielt jeder Teilnehmer einen Becher voll Gl ühwein. Bald ging es weiter, zum Teil durch den Wald, zur ück zum Kristberg. Unterwegs besichtigten wir noch die wunderschöne St. Agatha-Bergkapelle. Diese wurde zu Ehren der Bergknappen, die hier schon vor über tausend Jahren Silbererz schürften, erbaut. Nach der Jause im Panoramagasthof (wo bleibt nur das Panorama) ging es mit der Bahn zur ück ins Tal. Trotz Schneefall war es wieder eine schöne, abwechslungsreiche Tour.

Trix